Fastenaufruf des Lutheranischen Weltbunds

Endlich war es soweit, nach einem Mittagessen der Marke „schnell, günstig und ungesund“ sind wir zu unserem ersten offiziellen Termin. Schon in der Lobby des Hotel „Best Western“ wurden wir von Caroline Richter empfangen, der Leiterin der Delegation des Lutherischen Weltbundes (LWF).

Nachdem Frau Richter uns einen groben Überblick über die Ziele der LWF auf der Konferenz gegeben hatte (Umwelt- und Klimagerechtigkeit sowie Teilnahme der Jugend), begann eine kurze Vorstellungsrunde.

Schon hier wurde klar, dass hier die unterschiedlichsten Menschen aus jedem Winkel der Erde mit vollkommen verschiedenen kulturellen Hintergründen aufeinander treffen, die allerdings durch zwei Gemeinsamkeiten geeint werden: Sie waren alle Mitglied des LWF und sie wollten gemeinsam etwas anpacken um etwas zu bewegen; das Klima schützen.

Während Pranita Biswasi aufzeigte, dass die Menschen in Indien den Klimawandel zwar sehr stark zu spüren bekommen, allerdings aber nicht verstehen, warum er passiert, stellte Rosemarie Stephens-Booken heraus, dass den Amerikanern der Klimawandel zwar bewusst sei, doch hier das größte Problem wäre, eine Verhaltensänderung der Leute zu bewerkstelligen.

Ein weiteres Beispiel um zu verdeutlichen, wie konträr die wahren Probleme doch sind, bietet der Vergleich zwischen Liberia und den USA. Während in letzteren die größten Probleme darin bestehen, eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung herbeizuführen, so sind es in Liberia viel grundlegendere Dinge: Denn ein Land, welches einen 40 Jährigen Bürgerkrieg überstehen musste, muss es erstmal wieder schaffen, der Zivilgesellschaft ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen und kann sich dann erst nachrangig um Umweltbelange kümmern.

Martin Kopp berichtete, was sich viele Deutsche für ihr Heimatland ebenfalls denken, dass in Frankreich das größte Problem ist, dass im Prinzip nicht mehr die Politiker die Klimapolitik betreiben, sondern die Großkonzerne. Als Beispiel hierfür nannte er unter anderem die Umweltministerin, die gefeuert worden wahr, weil sie eine stärkere Regulierung für Klimaschädlinge forderte.

Als die Vorstellungsrunde  beendet war und auch die letzte Nachfrage zu dem jeweiligen Herkunftsland geklärt war, wurde der freie Dialog eröffnet.

Das Gespräch nahm schnell Fahrt auf und fand auch sein Schwerpunkt, den „Hungerstreik“ des philippinischen Abgeordneten Naderev Sano, der nach seiner bewegenden Rede, viele andere dazu bewegt hat, ihm es gleich zu tun.

So haben sich die Mitglieder der LWF dazu entschieden per Twitter die Aktion „I #fast for the climate“ ins Leben zu rufen und diesem sind Aufruf sind auch viele Menschen, weit über die Reihen der LWF hinaus gefolgt.

Es war den Mitgliedern des LWF besonders wichtig zu betonen, dass es primär eine spirituelle und erst sekundär eine politische Aktion bzw. Erfahrung sein soll. Jeder kann entscheiden für wie lange, wie oft oder ob er für sich privat oder öffentlich fastet.

Nach zwei Stunden war dann die Diskussion auch viel zu früh zu Ende, da die Delegation zu neuen Aufgaben aufbrechen musste. Gerne hätten wir uns noch länger ausgetauscht und kritisch diskutiert.

Als Fazit bleibt nur noch zu sagen, dass das erste Treffen in der Woche ein klarer Erfolg war und wir den nächsten Aktionen voller Spannung und Vorfreude entgegen schauen.

LINK: Interfaith call to fast for climate justice
Dominik Koeppen; Fotos: Pauline Schur

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5 Kommentare zu Fastenaufruf des Lutheranischen Weltbunds

  1. Vielen Dank für euren Besuch und das angeregte Gespräch. Folgt uns weiter auf unserem Blog http://www.lwfyouth.org und auf FB und Twitter.
    Nur eine kleine Korrektur „Delegation des Lutherischen Weltbundes“. Danke 😉

  2. Pingback: Klimakonferenz und Menschenrechte – eine nicht ganz einfache Beziehung | Klimapolitik aus nächster Nähe

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