Proteste gegen den Kohlegipfel

Lunge

Eine Gruppe von Ärzten trägt eine riesige Plastik- Lunge über ihren Köpfen. Ihnen gegenüber winken elegant gekleidete Geschäftsleute mit Geldscheinen und rufen Versprechungen von sauberer Kohle und Wohlstand in ein Megaphon. Als die Beteuerungen keinen Erfolg haben, wandelt sich die Stimmung: Die Kohle- Lobbyisten bewerfen die Lunge mit Kohlestaub und drängen sie zurück. Noch einmal wechselt die Szene: Die Geschäftsleute liegen auf dem Boden und werden von der Lunge überrollt.

Was wie eine Szene aus einem Comic klingt ist eine Beschreibung der Protestaktion gegen den Kohlegipfel in Warschau. Die Botschaft ist eindeutig: Es gibt keine saubere Kohlegewinnung. Wir lassen uns nicht täuschen und fordern Schutz für die Umwelt, das Klima und die Gesundheit. Begleitet wird die Aktion durch Statements von Medizinern und Umweltaktivisten, die über die Situation in ihren Heimatländern berichten und auf die negativen Folgen der Nutzung von Kohleenergie hinweisen.

Die Proteste richten sich gegen den Kohle- und Klimagipfel, der vom 18.- 19. November in Warschau stattfindet. Auf diesem internationalen Gipfel treffen sich Vertreter der Kohle-Industrie, großer Energiekonzerne sowie Politiker und diskutieren über neue Formen von Kohleenergie, die niedrige Emmissionen und verbesserte Wirkungsgrade verspricht.

Seitens von Umweltschutzverbänden wurde bereits im Vorfeld kritisiert, dass der Gipfel auf Einladung des polnischen Wirtschaftsministeriums und parallel zum UN- Klimagipfel stattfindet. Es besteht Sorge, dass dies ein negatives Signal für die Bemühungen um den Ausbau regenerativer Energiequellen darstellt.

Eva Bauer; Fotos: Pauline Schur

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