Inside COP19: Erste Eindrücke

Dass in Warschau tatsächlich gerade die COP19 Verhandlungen stattfinden, kann man, selbst bei Präsenz vor Ort, leicht vergessen. Plakate? Eine mobilisierte Zivilgesellschaft? Fesselnde Berichterstattung durch die (deutschen) Medien? Nicht hier. Nicht in „Coaland„.

Ein Glück für uns (Kerstin und Eva), dass wir durch unsere Akkreditierungen das Privileg haben, die internationalen Klimaverhandlungen (UNFCCC) live mitzuerleben und uns so selbst ein Bild machen zu können.

Dank der Kooperation mit JANUN e.V. haben wir eine Akkreditierung als NGO erhalten und damit überhaupt Zugang zu der UNFCCC. Unser Status als „Observer“ sorgt zudem dafür, dass wir an mehr Veranstaltungen, Diskussionen und Plenarsitzungen teilnehmen dürfen als beispielsweise VertreterInnen der Presse.

Warschauer Nationalstadion

Ein steiler Weg muss zurückgelegt werden um an den Verhandlungen teilnehmen zu können

Den ersten Tag im Warschauer Nationalstadion, dem offiziellen Veranstaltungsort, haben wir dazu genutzt, uns einen Überblick und Orientierung zu verschaffen, uns auf sogenannten Side Events zu informieren und Pressekonferenzen zu besuchen. Wie sich der Alltag einer großen internationalen Konferenz anfühlt, durften wir auch hautnah erleben: Die CMP-Veranstaltung „Informal consultations on the Report of the Adaptation Fund Board“ wurde von der ursprünglich geplanten Startzeit um 16.30 Uhr kontinuierlich um eine halbe Stunde nach hinten verschoben, bis zwei mittlerweile ermüdete ISW-Studentinnen erschöpft aufgeben mussten. Lange Tage sind hier die Regel.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist uns die Pressekonferenz von Germanwatch, nach der wir auch die Möglichkeit hatten, ein persönliches Gespräch mit Christoph Bals, dem politischen Geschäftsführer der Organisation, zu führen.

Auf der Pressekonferenz wurde der Climate Change Performance Index 2014 vorgestellt, in dem die einzelnen Länder auf Basis verschiedener Kriterien wie der Emissionshöhe, dem Anteil der erneuerbaren Energien oder der nationalen Klimapolitik, in einem Ranking gegenübergestellt werden.

Während Chinas gute Vorsätze, die Kohleproduktion des Landes in Zukunft zu senken, als hoffnungsvolles Zeichen von der Organisation gelobt wurden, musste Deutschland einen Abstieg von elf Plätzen im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Die Begründung: Eine zunehmende Blockadehaltung auf Ebene der EU.

Die sich andeutende Abkehr bzw. Abschwächung des einstigen Prestigeprojekts „German Energiewende“ (mit dem auf der Klimakonferenz im Rahmen eines Side Events weiter Werbung gemacht wird) ist in diesem Index noch nicht mit einbezogen.

Eva Rink

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