Nachhaltige Entwicklung in Russland

T.Hirsch

Thomas Hirsch (Brot für die Welt), Roschelle Steinbrenner und Eva Bauer (TU Braunschweig)

Am Montag Nachmittag waren wir bei der Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen. Der Anlass war die Studie „Sustainable Development in Russia“, die im Oktober/ November 2013 publiziert wurde. Entgegen der anfänglichen Information war es nicht eine große öffentliche Lesung, sondern unsere Reisegruppe stellte bis auf wenige Ausnahmen die komplette Gästeschar in einem Seminarraum, dies erhöhte den Druck, aber so nahmen wir auch deutlich mehr mit durch gezielte Fragen, offene Antworten und angeregte Diskussionen.

Begrüßt wurden wir um 16 Uhr von Julia Walter (Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau), gefolgt von kurzen Statements von Thomas Hirsch (Brot für die Welt) über „the importance of sustainable Development for Russia“ und Angelina Davydova (German-Russian Office for Environmental information, St. Petersburg), die uns eine allgemeine Einordnung zu der Studie gab.

Anschließend ging es tiefer in die Materie und es folgte eine Powerpoint-Präsentation von Geogry Safonov (Higher School of Economics, Moskau), der uns aktuelle Klimazahlen aus Russland darstellte und dessen Folgen erläuterte. Es wurde weiterhin über wirtschaftliche Folgen gesprochen und unsere Gruppe gestaltete sich von Anfang an hellwach und überzeugte mit interessierten Nachfragen, auf die ausführlich geantwortet wurde. Eine Schlüsselstelle in Safonovs Vortrag war der Beitrag zur Klimabilanz von Russlands Wäldern. Kernaussage hier war, dass diese zwar heutzutage eine große Bedeutung für das Weltklima durch ihre Kohlendioxidaufnahme haben, aber schon in wenigen Jahrzehnten „umkippen“ und durch Waldbrände etc. zu Klimaverschmutzern werden können.

Gefolgt wurde dieser Beitrag von Alexey Kokorin (WWF Russland, Moskau), der auf die politische Dimension des ganzen zu sprechen kam. Dabei konkret auf Russlands aktuelle Position zum Klimwandel und die Stimmung im Land zu einem neuen „Klima-Deals“. Abgerundet wurde die Vortragsreihe von Olga Senova (Russian Socio-ecological Union, St. Petersburg) die auf die Energieeffizienz Russlands zu sprechen kam und beträchtliche Mängel, aber auch großes Potential aufzeigte.

Im Anschluss folgte, die oben angesprochene Session, bei der wir die Moderationsleiterin Angelina Davydova am Schluss in Bedrängnis brachten, da die Zeit hoffnungslos überschritten wurde. Was bei der Diskussion noch einmal deutlich wurde, ist dass die These: „Russland wird vom Klimawandel mehr profitieren, als verlieren und deswegen werden Klimaziele nicht engagiert genug umgesetzt“ deutlich widerlegt werden kann und dies auch mit Zahlen und aktuellen Daten wissenschaftlich bewiesen werden kann.

Durch die Brisanz und Aktualität, durch die intensive, intime Atmosphäre, durch den offenen Austausch und durch die freundliche Aufnahme, empfanden wir die Zeit in der FES-Geschäftsstelle lehrreich, uns aber auch privilegiert, da wir die Forschungsergebnisse, fern ab der Presse, direkt von den Wissenschaftlern bekamen.

Onlineversion der Studie http://rnei.de/category/library/
Nähere Informationen www.feswar.org.pl

Sebastian Froch

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