Home » Allgemein » Ergebnisse der PubPharm-Nutzerbefragung: Teil 1

Feedback aus der Fachcommunity unterstützt den FID Pharmazie bei der Optimierung und Weiterentwicklung seiner Services und der Rechercheplattform PubPharm. Um Nutzerbedarfe zu konkretisieren, potenzielle Services zu ermitteln und das Nutzerverhalten besser kennenzulernen, wurde 2019 eine Online-Umfrage durchgeführt. Hierfür wurden ca. 2.500 Personen aus 22 Pharmaziestandorten Deutschlands kontaktiert und direkt auf der PubPharm-Oberfläche über die Befragung informiert.

Der auszufüllende Fragebogen gliederte sich in drei Abschnitte: Einleitungsfragen (bspw. zum Tätigkeitsbereich), Fragen zur Informationsrecherche (z.B. zur Nutzung von Recherche-Tools und Funktionen) nach Selbsteinschätzung der Teilnehmer*innen in „PubPharm-Nutzer*innen“ und „Nicht-Nutzer*innen“ und abschließend Fragen zu den Gebieten Forschungsprimärdaten, Publikationsverhalten und Informationsbeschaffung.

In Teil1 zur Nutzerbefragung stellen wir die Ergebnisse der Fragen zur Informationsrecherche vor.

An der Befragung beteiligten sich 243 Personen, von welchen 157 (N) ihren Fragebogen  vollständig ausfüllten. Die hier zusammengefassten Umfrageergebnisse wurden vorrangig auf Grundlage der vollständig ausgefüllten Fragebögen ausgewertet. Die Angabe der Prozentwerte erfolgt gerundet.

Die Ergebnisse der Umfrage werden zur weiteren Ausrichtung des FID Pharmazie und Optimierung von PubPharm genutzt. Dafür wurden auch die Kommentarfelder von nicht vollständig ausgefüllten Fragebögen ausgewertet.

Teilnehmer*innen der Umfrage

85% der Umfrageteilnehmer*innen gehören einer Universität an. Die restlichen Personen sind u.a. an Hochschulen (1%), außeruniversitären Forschungseinrichtungen (4,5%), der Industrie (<1%), Behörden/Verwaltungseinrichtungen (2%), Krankenhäusern (2,5%) oder öffentlichen Apotheken (2%) beschäftigt (Abb. 1). Doktorand*innen bilden mit 45% die größte Teilnehmergruppe, gefolgt von (Junior-)Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, die jeweils rund 24% der Befragten ausmachen, wobei Mehrfachnennungen möglich gewesen sind (Abb. 2). Zu den Teilnehmer*innen gehören des Weiteren Postdoc (11%), Studierende (4%), Privatdozenten (1%) und unter der Kategorie Sonstiges (10%) u.a. akademische Räte.

Die Tätigkeitsfelder der Teilnehmer*innen in den letzten fünf Jahren decken alle Teilbereiche des interdisziplinären Faches Pharmazie ab. Ein Großteil der Teilnehmer*innen ist bzw. war in der Pharmazeutischen Chemie (28%), der Pharmazeutischen Technologie (21%) tätig, gefolgt von Tätigkeiten in der Pharmazeutischen Biologie (14%), der Klinischen Pharmazie (10%), Medizinischer Chemie (10%) sowie Pharmakologie und Toxikologie (7%) (Abb. 3).

Im Fokus der Umfrage steht die Nutzung der Rechercheplattform PubPharm, die von 70 (45%) Teilnehmer*innen verwendet wird (Abb. 4). Entsprechend der Selbsteinstufung der Nutzer*innen in „PubPharm-Nutzer*innen“ und „Nicht-Nutzer*innen“ (55%), wie zuvor beschrieben, wurden den Teilnehmer*innen angepasste Fragen gestellt. Die Umfrageergebnisse wurden dementsprechend für beide Gruppen separat ausgewertet.

 

PubPharm-Nutzer*innen: Fragen zur Informationsrecherche

Nutzer*innen sind vor allem über Rundmails (35%), Empfehlungen von Kolleg*innen (27%) sowie durch Aktivitäten auf Konferenzen, Tagungen und Kongressen (16%) auf PubPharm aufmerksam geworden (Abb. 5). Mit je 5 bis 6% werden hingegen der PubPharm-Blog, Roadshows, Zeitschriftenbeiträge und Flyer vergleichsweise selten als Informationskanal genannt.

 

Die generelle Nutzung sowie die Verwendungshäufigkeit der in Abbildung 6 dargestellten PubPharm-Funktionalitäten und -Komponenten konnte anhand der Kategorien „täglich“, „mehrfach in der Woche“, „mehrfach im Monat“, „mehrfach im Jahr“, „seltener als mehrfach im Jahr“, oder „keine Antwort“ bewertet werden. Den Nutzer*innen wurde außerdem die Möglichkeit angeboten, die Funktionalitäten als „besonders gut“ zu markieren. Die mit Abstand beliebteste und am häufigsten genutzte Funktion von PubPharm ist die einfache Suche über den Suchschlitz. Oft werden auch die erweiterte Suche und Filterfunktionen verwendet (Abb. 6).

Bei der Frage nach der Beliebtheit von bestimmten Komponenten und Funktionen von PubPharm, unter Berücksichtigung aller Fragebögen, nannten die Nutzer*innen die Volltextverfügbarkeitsanzeige und die Unterstützung beim Zugang zum Volltext durch das PubPharm-Team.

 

 

Von den Teilnehmer*innen suchen 24 (34%) gezielt nach Zusammenhängen zwischen pharmazeutischen Keywords/Entitäten wie Wirkstoffen, Genen und/oder Erkrankungen/Symptomen, 40 (57%) suchen vorwiegend nach einzelnen Begriffen (z.B. nur Wirkstoffen). Sechs (9%) gaben an, dass Ihnen dazu die geeigneten Werkzeuge auf PubPharm fehlen. Bei der Suche nach diesen Keywords/Entitäten verwenden 28 (40%) Teilnehmer*innen PubPharm, 9 (13%) nicht PubPharm und 24 (34%) ein anderes Instrument (z.B. PubMed, die Datenbank Embase, Google Scholar oder Web of Science).

Die Antworten zu der kombinierten Frage „Was können wir tun, damit Sie PubPharm weiterhin gerne nutzen? Welche Komponenten/Funktionen finden Sie verbesserungswürdig? Was fehlt Ihnen?“ unter der Betrachtung aller Fragebögen zeigten auf, dass bereits vorhandene Suchoptionen und Exportfunktionen nicht genug sichtbar sind. Des Weiteren wurden u.a. Schlagwortsuche, Links zu weiteren Repositorien, alternative Vorschläge bei Tippfehlern und die Anzeige ähnlicher Artikel als neue Funktionen vorgeschlagen. Verbesserungswürdig fanden die Teilnehmer*innen unnötige Filterfunktionen nach Artikeln und elektronischen Ressourcen, das Auftreten von Dubletten, die Erscheinungsjahr-Skala und Fehlzuordnungen bei der Autorensuche.

Die Abbildung 7 beschreibt, welche Recherchedienste die PubPharm-Nutzer*innen des Weiteren verwenden. Über alle Fragebögen hinweg werden ergänzend z.B. noch die Datenbank Embase, PubChem, UpToDate und ClinicalTrials.gov benannt.

 

PubPharm Nicht-Nutzer*innen: Fragen zur Informationsrecherche

Von den Teilnehmer*innen, die PubPharm nicht nutzen (n=87), geben 59 als Grund an die Rechercheplattform nicht zu kennen. Als weiterer Grund für die Nicht-Nutzung von PubPharm wurde vor allem die Verwendung anderer Recherchetools sowie Gewohnheit und der Bekanntheitsgrad von PubPharm genannt (17; 20%). Nur selten wird angegeben, dass PubPharm nicht über die benötigten Inhalte (7; 8%) oder Funktionen (2; 2%) verfüge (Abb. 8).

 

 

Als Recherchedienste werden von den PubPharm Nicht-Nutzer*innen die Suchmaschine Google Scholar und PubMed sowie die lizenzpflichtigen Datenbanken SciFinder, Scopus und Web of Science verwendet. Insgesamt wird eine breitere Nutzung von PubMed und Google Scholar gegenüber den lizenzpflichtigen Diensten deutlich (Abb. 9). Unter den sonstigen Angeboten wurden bspw. Cochrane Library, DocCheck, Science Direct, DuckDuckGo, ResearchGate, PubChem, ABDA-Datenbank, Lauer-Taxe, GelbeListe und Reaxys genannt.

 

 

Analog zu den PubPharm-Nutzer*innen konnten im Anschluss die generelle Nutzung sowie die Verwendungshäufigkeit der in Abbildung 9 genannten Funktionalitäten und -komponenten anhand der Kategorien „täglich“, „mehrfach in der Woche“, „mehrfach im Monat“, „mehrfach im Jahr“, „seltener als mehrfach im Jahr“, oder „keine Antwort“ bewertet werden. Nicht-Nutzer*innen verwenden bei den von ihnen gewählten Recherchediensten am häufigsten die einfache Literatursuche. Danach folgen Filterfunktionen, erweiterte Suche und Struktursuche. Ähnlich wie bei den PubPharm Nutzer*innen werden Linklisten, Blog, Tutorials/Webcasts, Hilfefunktionen, Favoritenliste/Export der Trefferliste und sonstige Funktionen (z.B. ähnliche Artikel) nur selten genutzt (Abb. 10).

Zur Frage, was wir für die Nicht-Nutzer*innen tun können, damit sie PubPharm nutzen, wurden Hinweise zur Verbesserung des Bekanntheitsgrades gegeben sowie Gewohnheit und andere Tools werden als ausreichend erachtet angeführt.

 

 

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